Schwerpunktthema: Wie wir wohnen Anteil von erneuerbaren Energien beim Heizen von Wohnungen steigt kontinuierlich an
Der Anteil regenerativer Energien als primärer Energieträger für Heizen und Warmwasser wächst besonders stark in Mittel- und Süddeutschland, in Umlandkreisen, ländlichen Kreisen und bei Ein- und Zweifamilienhäusern.
Im deutschen Wohnungsbau werden für die Heizung immer mehr regenerative Energieträger genutzt. Ihr Anteil ist 2022 auf 44 Prozent gestiegen (Karte 1). Bei Bestandswohnungen (Karte 2) liegt der Anteil im Jahr 2022 nach Angaben des Zensus bei sieben Prozent (von 43,1 Millionen Wohnungen in 2022). Das sind gut drei Millionen Wohnungen. Heizungstausch und die energetische Sanierung im Gebäudebestand haben eine hohe Relevanz für das Erreichen der Klimaschutzziele.
Symbole und Bedeutungen | |
---|---|
Karte vergrößern | |
Karte verkleinern | |
Kartenlegende einblenden und ausblenden | |
Zur Startansicht zurückkehren | |
Karte drucken | |
Vollansicht öffnen | |
Wechsel der Karten |
Inhalte und Bearbeitung | |
---|---|
Teilindikatoren: | Erneuerbare Heizenergien im Wohnungsneubau, Erneuerbare Heizenergien im Wohnungsbestand |
Datenbasis: | BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung; Statistik der Baufertigstellungen des Bundes und der Länder; Zensus 2022 |
Geometrische Grundlage: | VG250 (Kreise), 31.12.2022 © GeoBasis-DE/BKG |
Bearbeitung: | J. Nielsen, A. Schürt (BBSR) |
Open Data: | Download im .xlsx-Format (Alle Daten & Indikatoren) Name des Tabellenblatts: Deutschlandatlas_KRS1222 Indikatorname: heiz_wohn, heiz_wohn_best Beachten Sie bitte die methodischen Hinweise zu den Daten Weitere Downloads finden Sie in unserem Download-Bereich |
Der Wohnungsneubau kann zum Klimaschutz beitragen, wenn die neu gebauten Häuser hohe energetische Anforderungen erfüllen und die Heizenergie aus erneuerbaren Energiequellen gespeist wird. Karte 1 zeigt die primär verwendeten Heizenergieträger bei Neubauten. Entscheidend ist jedoch die energetische Sanierung von rund 43 Millionen Bestandswohnungen bundesweit.
Im Wohnungsbestand werden laut Zensus 2022 zwölf Prozent der Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie gut drei Prozent in Mehrfamilienhäusern vorwiegend mit erneuerbaren Energien beheizt (Karte 2). Insgesamt gab es zum Zensus-Stichtag am 15.05.2022 gut 3 Millionen Wohnungen, die mit erneuerbaren Energien als primärem Energieträger beheizt wurden. Knapp ein Drittel dieser Wohnungen wurde in den Jahren 2010 oder später neu gebaut. Es zeigt sich, dass neben dem Neubau der Heizungstausch und die energetische Sanierung im Gebäudebestand eine hohe Relevanz für das Erreichen der Klimaschutzziele haben.
Die Art der primären regenerativen Energieträger im Wohnungsneubau hat eine sehr unterschiedliche Verbreitung:
- Umweltthermie (Luft/Wasser): 32 Prozent der fertiggestellten Wohnungen,
- Geothermie (Erdwärme): 7 Prozent,
- Holz (inklusive Holzpellets): 4 Prozent,
- Biogas/Biomethan, sonstige Biomasse: 1 Prozent,
- Solarthermie: 0,5 Prozent.
Mit Strom betriebene Wärmepumpen nutzen Geo- oder Umweltthermie. Als fossile Energieträger werden insbesondere Gas, Öl und Kohle verwendet. Der größte Teil der Fernwärme wird bisher noch über fossile Energieträger erzeugt. Doch auch erneuerbare Energieträger oder Abwärmequellen sind denkbar. Strom wird bislang zu rund 56 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt. Die Kernenergie ist in Deutschland ausgelaufen, fossile Energieträger werden sukzessive durch regenerative ersetzt.
Stärkster Einsatz regenerativer Energie zum Heizen in Mitte und Süden
Im bundesweiten Einsatz regenerativer Energieträger für Heizenergie im Wohnungsneubau gibt es markante Unterschiede. In vielen Landkreisen Mittel- und Süddeutschlands wurden 2022 regenerative Träger zu über 50 Prozent im Neubau genutzt. In Norddeutschland lag ihr Anteil teilweise unter 40 Prozent. Bundesweit ist ihr Anteil in kreisfreien Städten mit 20 Prozent niedrig. Dort ist insbesondere Fernwärme verbreitet, die sukzessive auf erneuerbare Energien umgestellt wird. Zudem gibt es in Städten deutlich mehr fertiggestellte Geschosswohnungen als Eigenheime. Regenerative Energieträger sind in Mehrfamilienhäusern bisher weniger im Einsatz.
In den Landkreisen liegen die Neubauquoten mit regenerativen Energieträgern im Schnitt bei über 50 Prozent. Die höchste Verbreitung im Neubau unter den regenerativen Energieträgern liegt bei:
- Umweltthermie auf Luft-/Wasser-Basis (72 Prozent),
- Geothermie (15 Prozent) und
- Holz (10 Prozent).
Fossile Heizenergie weiterhin im Geschosswohnungsbau
Bei Ein- und Zweifamilienhäusern waren regenerative Energieformen 2022 in den Landkreisen mit 67 Prozent mehr verbreitet als in den kreisfreien Städten mit 52 Prozent. Beim Geschosswohnungsbau dominierten hingegen fossile Energieträger in kreisfreien Städten (85 Prozent) und Landkreisen (55 Prozent).
Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien interessieren sich zunehmend für eine sichere und klimaneutrale Wärmeversorgung. Gesetzliche Vorgaben und Förderanreize verstärken diesen Trend. Die Umstellung auf erneuerbare Energieträger nimmt im Neubau und im Gebäudebestand spürbar zu. Sowohl bei Sanierung als auch Modernisierung.
Beim Gebäudebestand viel Luft nach oben
Doch Herausforderungen sind insbesondere im Gebäudebestand groß. Der Anteil regenerativer Energieträger betrug 2022 nur etwa sieben Prozent bei bewohnten Wohnungen. Gasheizungen machen über die Hälfte der Heizungen im Wohngebäudebestand aus, Ölheizungen noch knapp ein Fünftel. Die Nachfrage nach regenerativen Energieträgern wuchs durch den Anstieg der Energiekosten markant.
Symbole und Bedeutungen | |
---|---|
Karte vergrößern | |
Karte verkleinern | |
Kartenlegende einblenden und ausblenden | |
Zur Startansicht zurückkehren | |
Karte drucken | |
Vollansicht öffnen | |
Wechsel der Karten |
Inhalte und Bearbeitung | |
---|---|
Teilindikatoren: | Erneuerbare Heizenergien im Wohnungsneubau, Erneuerbare Heizenergien im Wohnungsbestand |
Datenbasis: | BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung; Statistik der Baufertigstellungen des Bundes und der Länder; Zensus 2022 |
Geometrische Grundlage: | VG250 (Kreise), 31.12.2022 © GeoBasis-DE/BKG |
Bearbeitung: | J. Nielsen, A. Schürt (BBSR) |
Open Data: | Download im .xlsx-Format (Alle Daten & Indikatoren) Name des Tabellenblatts: Deutschlandatlas_KRS1222 Indikatorname: heiz_wohn, heiz_wohn_best Beachten Sie bitte die methodischen Hinweise zu den Daten Weitere Downloads finden Sie in unserem Download-Bereich |