Der Ausbau erneuerbarer Energien unterscheidet sich stark nach Regionen
Die installierte Stromleistung erneuerbarer Energien zeigt den aktuellen Ausbaustand und regionale Investitionsschwerpunkte in Deutschland. Je nach Energieträger offenbaren sich deutliche räumliche Unterschiede bei den Kapazitäten der Stromerzeugung. Die Karten visualisieren die Verteilung auf Kreisebene für Windkraft an Land, Freiflächen-Photovoltaik und Biomasse.
Karte 1 von 3
Installierte Stromleistung von Onshore-Windkraft
Karte 2 von 3
Installierte Stromleistung von Freiflächen-Photovoltaik
Karte 3 von 3
Installierte Stromleistung von Biomasse
Die installierte Nennleistung liefert wichtige Anhaltspunkte zum aktuellen Ausbaustand und zur regionalen Dynamik erneuerbarer Energien. Je nach Energieträger zeigen sich in Deutschland deutliche räumliche Schwerpunkte, die auf spezifische Standortfaktoren und lokale Investitionsentscheidungen zurückzuführen sind. Die nachfolgenden Karten visualisieren die Kapazitäten der Stromerzeugung auf Kreisebene, aufgeteilt in fünf Leistungsklassen, von Klasse 1 für geringe bis Klasse 5 für sehr hohe Leistung. Karte 1 zeigt die Verteilung der installierten Stromleistung von Onshore-Windkraft, Karte 2 stellt die Freiflächen-Photovoltaik dar und Karte 3 bildet die Biomasse ab.
Räumliche Verteilung der Erzeugungskapazitäten
Ländliche Räume verfügen über die Masse der installierten Stromleistung. Starke Unterschiede bestehen in den Anteilen der drei betrachteten Energieträger:
- Onshore-Windkraft:
Die Windenergie an Land ist ein klassischer Indikator für ein Nord-Süd- sowie Land-Stadt-Gefälle. Ländliche Kreise im Norden Deutschlands – von der niederländischen bis zur polnischen Grenze (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und die Altmark) – führen das Feld mit der höchsten Leistungsklasse 5 an. Grund dafür sind die günstigen Windbedingungen in Küstennähe und im norddeutschen Tiefland. In Großstädten und Ballungsräumen sowie nach Süden hin fällt die installierte Stromleistung deutlich ab; in vielen süd- und südwestdeutschen Landkreisen dominieren die Leistungsklassen 1 und 2.
- Freiflächen-Photovoltaik:
Bei der Freiflächen-Photovoltaik zeigt sich ein starkes Ost-West- und Nord-Süd-Gefälle. Besonders hohe installierte Stromleistungen (Klassen 4 und 5) finden sich in den östlichen Bundesländern Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie in Teilen Bayerns. Hier begünstigen große verfügbare Konversionsflächen, vorteilhafte Einstrahlungswerte und eine hohe Flächenverfügbarkeit den Ausbau. Waldreiche Mittelgebirge und Ballungsräume weisen durch die hohe Flächenkonkurrenz überwiegend geringere Kapazitäten auf.
- Biomasse:
Ein hohes Leistungsniveau (Klassen 4 und 5) konzentriert sich vor allem auf den ländlichen Norden und Nordwesten Deutschlands (insbesondere Niedersachsen und Teile Schleswig-Holsteins) sowie auf das südliche Bayern. In diesen landwirtschaftlich geprägten Regionen stehen reichlich organische Reststoffe (z. B. Gülle, Restholz) und Anbaubiomasse (insbesondere Mais, Stroh) zur Verfügung. In urbanen Verdichtungsräumen fällt dagegen mehr Bioabfall und Klärgas an. Etwa im Ruhrgebiet sowie in Teilen Südwestdeutschlands dominieren die niedrigen Leistungsklassen 1 und 2.
Unterschiedliche Energieschwerpunkte in den Bundesländern
Die Verteilung der Erzeugungskapazitäten unterscheidet sich zwischen den Bundesländern deutlich. Während Bayern insbesondere bei der Freiflächen-Photovoltaik hohe Kapazitäten aufweist, liegt der Schwerpunkt der Onshore-Windkraft in Brandenburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Biomasse findet sich insbesondere in Niedersachsen und Bayern.
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Hinweis zur Interpretation der Nennleistung
Bei der Bewertung und dem Vergleich der Erzeugungskapazitäten ist zu berücksichtigen, dass eine identische installierte Nennleistung je nach Energieträger zu stark abweichenden tatsächlichen Stromerträgen führt. Grund dafür ist die unterschiedliche Auslastung der Anlagen im Jahresverlauf:
- Hohe Auslastung (hoher Kapazitätsfaktor): Biomasseanlagen erreichen eine sehr hohe Zahl an Volllaststunden und liefern kontinuierlich sowie bedarfsgerecht Energie.
- Fluktuierende Erzeugung: Windenergie- und insbesondere Photovoltaikanlagen weisen wetter- sowie jahres- und tageszeitbedingt niedrigere Kapazitätsfaktoren auf. Eine hohe installierte Photovoltaik-Nennleistung erfordert daher im Jahresdurchschnitt mehr Nennkapazität für dieselbe Energiemenge als beispielsweise eine vergleichbare Biomassekapazität.
Allgemeine Informationen zu den Karten: Installierte Stromleistung von erneuerbaren Energien
Teilindikatoren:
Installierte Stromleistung von Onshore-Windkraft, Installierte Stromleistung von Freiflächen-Photovoltaik, Installierte Stromleistung von Biomasse
Datenbasis:
Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur
Geometrische Grundlage:
VG250 (Kreise), 31.12.2024 © GeoBasis-DE/BKG
Bearbeitung:
T. Osigus (Thünen-Institut)
Open Data:
Download aller Daten und Indikatoren im Excel-Tabellenformat
Name des Tabellenblatts: Deutschlandatlas_KRS1224
Indikatorname: energie_wind, energie_solar, energie_bio
Methodische Hinweise als PDF-Datei











