Anteil von erneuerbaren Energien beim Heizen von Wohnungen steigt kontinuierlich an
Der Anteil regenerativer Energien als primärer Energieträger für Heizen und Warmwasser wächst besonders stark in Mittel- und Süddeutschland, in Umlandkreisen, ländlichen Kreisen und bei Ein- und Zweifamilienhäusern.
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Erneuerbare Heizenergien im Wohnungsneubau
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Erneuerbare Heizenergien im Wohnungsbestand
Im deutschen Wohnungsbau werden für die Heizung immer mehr regenerative Energieträger genutzt. Ihr Anteil ist 2024 auf 53 Prozent gestiegen (Karte 1). Bei Bestandswohnungen (Karte 2) liegt der Anteil im Jahr 2022 nach Angaben des Zensus bei sieben Prozent (von 43,1 Millionen Wohnungen in 2022). Das sind gut drei Millionen Wohnungen. Heizungstausch und die energetische Sanierung im Gebäudebestand haben eine hohe Relevanz für das Erreichen der Klimaschutzziele.
- Hohe Relevanz von energetischer Sanierung und Heizungstausch im Bestand
- Umweltthermie hat im Neubau eine hohe Bedeutung
- Stärkster Einsatz regenerativer Energie zum Heizen im Neubau in Mitte und Süden Deutschlands
- Fossile Heizenergie weiterhin im Geschosswohnungsbau verbreitet
- Beim Gebäudebestand viel Luft nach oben
- Allgemeine Informationen zu den Karten: Erneuerbare Heizenergien
Hohe Relevanz von energetischer Sanierung und Heizungstausch im Bestand
Der Wohnungsneubau kann zum Klimaschutz beitragen, wenn die neu gebauten Häuser hohe energetische Anforderungen erfüllen und die Heizenergie aus erneuerbaren Energiequellen gespeist wird. Karte 1 zeigt die primär verwendeten Heizenergieträger bei Neubauten. Entscheidend ist jedoch die energetische Sanierung und der Einbau von Heizungen mit regenerativen Energiequellen in Bestandswohnungen bundesweit.
Im Wohnungsbestand werden laut Zensus 2022 zwölf Prozent der Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie gut drei Prozent in Mehrfamilienhäusern vorwiegend mit erneuerbaren Energien beheizt (Karte 2). Insgesamt gab es zum Zensus-Stichtag am 15.05.2022 gut 3 Millionen Wohnungen, die mit erneuerbaren Energien als primärem Energieträger beheizt wurden. Knapp ein Drittel dieser Wohnungen wurde in den Jahren 2010 oder später neu gebaut. Neben dem Neubau haben der Heizungstausch und die energetische Sanierung im Gebäudebestand eine hohe Relevanz für das Erreichen der Klimaschutzziele.
Umweltthermie hat im Neubau eine hohe Bedeutung
Die Art der primären regenerativen Energieträger im Wohnungsneubau ist sehr unterschiedliche verbreitet:
- Umweltthermie (Luft/Wasser): 41 Prozent der fertiggestellten Wohnungen,
- Geothermie (Erdwärme): 7 Prozent,
- Holz (inklusive Holzpellets): 5 Prozent,
- Biogas/Biomethan, sonstige Biomasse: 0,6 Prozent,
- Solarthermie: 0,4 Prozent.
Mit Strom betriebene Wärmepumpen nutzen Geo- oder Umweltthermie. Als fossile Energieträger werden insbesondere Gas, Öl und Kohle verwendet. Der größte Teil der Fernwärme wird bisher noch über fossile Energieträger erzeugt. Doch auch erneuerbare Energieträger oder Abwärmequellen sind denkbar. Strom wird bislang zu rund 56 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt . Die Kernenergie ist in Deutschland ausgelaufen, fossile Energieträger werden sukzessive durch regenerative ersetzt.
Stärkster Einsatz regenerativer Energie zum Heizen im Neubau in Mitte und Süden Deutschlands
Im bundesweiten Einsatz regenerativer Energieträger für Heizenergie im Wohnungsneubau gibt es markante Unterschiede. In vielen Landkreisen Mittel- und Süddeutschlands wurden 2024 regenerative Träger zu über 70 Prozent im Neubau genutzt. In Norddeutschland lag ihr Anteil teilweise unter 50 Prozent. Die Anteile sind in den letzten Jahren in ganz Deutschland spürbar angestiegen. Bundesweit ist ihr Anteil in kreisfreien Städten mit 25 Prozent niedrig. Dort ist insbesondere Fernwärme verbreitet, die sukzessive auf erneuerbare Energien umgestellt wird. Zudem gibt es in Städten deutlich mehr fertiggestellte Geschosswohnungen als Eigenheime. Regenerative Energieträger sind in Mehrfamilienhäusern bisher weniger im Einsatz.
In den Landkreisen liegen die Neubauquoten mit regenerativen Energieträgern im Schnitt bei 68 Prozent. Die höchste Verbreitung im Neubau unter den regenerativen Energieträgern liegt bei:
- Umweltthermie auf Luft-/Wasser-Basis (77 Prozent der regenerativen Energieträger),
- Geothermie (12 Prozent) und
- Holz (9 Prozent).
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Fossile Heizenergie weiterhin im Geschosswohnungsbau verbreitet
Bei neu gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern dominierten im Jahr 2024 in den Landkreisen regenerative Energieformen mit 80 Prozent. In den kreisfreien Städten wurden zwei Drittel der neuen Gebäude regenerativ realisiert. Beim Geschosswohnungsbau dominierten in kreisfreien Städten mit 80 Prozent hingegen fossile Energieträger. In den Landkreisen waren sie in 43 Prozent der realisierten Wohnungen verbaut.
Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien interessieren sich zunehmend für eine sichere und klimaneutrale Wärmeversorgung. Gesetzliche Vorgaben und Förderanreize verstärken diesen Trend. Die Umstellung auf erneuerbare Energieträger nimmt im Neubau und im Gebäudebestand spürbar zu. Sowohl bei Sanierung als auch Modernisierung.
Beim Gebäudebestand viel Luft nach oben
Doch Herausforderungen sind insbesondere im Gebäudebestand groß. Der Anteil regenerativer Energieträger betrug 2022 nur etwa sieben Prozent bei bewohnten Wohnungen. Gasheizungen machen über die Hälfte der Heizungen im Wohngebäudebestand aus, Ölheizungen noch knapp ein Fünftel. Die Nachfrage nach regenerativen Energieträgern wuchs durch den Anstieg der Energiekosten markant.
Allgemeine Informationen zu den Karten: Erneuerbare Heizenergien
Teilindikatoren:
Erneuerbare Heizenergien im Wohnungsneubau, Erneuerbare Heizenergien im Wohnungsbestand
Datenbasis:
BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung; Statistik der Baufertigstellungen des Bundes und der Länder; Zensus 2022
Geometrische Grundlage:
VG250 (Kreise), 31.12.2024 © GeoBasis-DE/BKG
Bearbeitung:
J. Nielsen, A. Schürt (BBSR)
Open Data:
Download aller Daten und Indikatoren im Excel-Tabellenformat
Name des Tabellenblatts: Deutschlandatlas_KRS1224, Deutschlandatlas_KRS1222
Indikatornamen: heiz_wohn, heiz_wohn_best
Methodische Hinweise als PDF-Datei















