Menschen ziehen verstärkt aus den Großstädten ins Umland
Binnenwanderung beschreibt die Zu- und Fortzüge zwischen kreisfreien Städten und Landkreisen innerhalb Deutschlands. Die Karte macht deutlich, wie unterschiedlich die Situation in den einzelnen Regionen ist.
Binnenwanderung
Knapp 2,8 Millionen Menschen wechselten 2024 ihren Wohnsitz über deutsche Kreisgrenzen hinweg. Große Städte weisen häufig negative Bilanzen auf: Mehr Menschen ziehen weg als zu. Das Stadtumland und immer mehr Landkreise, auch fern der Zentren, verzeichnen hingegen Wanderungsgewinne aus dem Inland. Besonders deutlich zeigt sich dies im Berliner Raum, wo nahezu alle angrenzenden Landkreise Brandenburgs kräftige Zugewinne aufweisen, während die Stadt selbst Einwohner an das Umland verliert. Ein Hauptgrund ist hier der angespannte Wohnungsmarkt in Berlin.
Anders sieht es bei der Zuwanderung aus dem Ausland aus. Dabei sind insbesondere die Großstädte Ziel von Zuzügen, so dass viele Städte insgesamt einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen.
Zu- und Fortzüge innerhalb Deutschlands
Anhand der Binnenwanderung wird aufgezeigt, inwieweit eine Region Einwohnerinnen und Einwohner aus anderen deutschen Regionen gewinnt oder an diese verliert. Abhängig ist die Binnenwanderung:
- vom regionalen Arbeits- und Bildungsmarkt,
- vom Wohnungsmarkt,
- von der Verkehrsanbindung des Wohnorts.
Binnenwanderung ist zu unterscheiden von der Außenwanderung, die in einer gesonderten Karte dargestellt wird.
Wanderungsgewinne in Brandenburg und Schleswig-Holstein
Die größten Wanderungsgewinne erzielten die Länder Brandenburg (circa 12.500 Menschen) und Schleswig-Holstein (circa 9.000 Menschen), aber auch Mecklenburg-Vorpommern (circa 3.500 Menschen). Die Gewinne Brandenburgs stammen überwiegend aus Berlin-Fortzügen (circa -15.000 Menschen). Mittlerweile wechseln ehemalige Berliner den Wohnort auch in andere Regionen. Insgesamt ziehen aus den großen Städten mehr Menschen fort als zu. Das Umland und die peripheren Landkreise erzielen hingegen mehr Zuwachs.
Stadtumland bei Familien beliebt
Wanderungen sind stark altersabhängig. Im zeitlichen Verlauf bleiben die Muster aber konstant: Junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren sind hochmobil und ziehen vorwiegend in die Groß- und Universitätsstädte. Der Großteil der anderen Regionen verzeichnet für diese Altersgruppe daher mehr Fort- als Zuzüge. Familien, sprich Erwachsene zwischen 30 bis 49 Jahren mit Kindern bis 17 Jahre, ziehen überwiegend in das weitere Umland der Städte. Gründe dieser Ortswahl sind:
- Grün- und Freiflächen im Umfeld,
- geringere Kaufpreise beziehungsweise Wohnkosten,
- passende Wohnfläche beziehungsweise Grundstücksgröße und
- die Nähe zu Schule oder Kindergarten.
Die junge Bevölkerung in der Stadt kann den Weggang der Familien aus den Städten ins Umland nicht kompensieren. Es sind mehr Familien und insgesamt mehr Menschen, die fortgehen als zuwandern. Ältere sind vergleichsweise sesshaft und ziehen seltener um.
Die Zuwanderung aus dem Ausland gleicht in vielen Städten die Verluste durch die Binnenwanderung jedoch aus. Deshalb haben viele Großstädte insgesamt einen Bevölkerungszuwachs.
Allgemeine Informationen zur Karte: Binnenwanderung
Datenbasis:
Laufende Raumbeobachtung des BBSR; Wanderungsstatistik, Regionaldatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder
Geometrische Grundlage:
VG250 (Kreise), 31.12.2024 © GeoBasis-DE/BKG
Bearbeitung:
N. Blätgen, J. Grohmann (BBSR)
Open Data:
Download aller Daten und Indikatoren im Excel-Tabellenformat
Name des Tabellenblatts: Deutschlandatlas_KRS1224
Indikatorname: bev_binw
Methodische Hinweise als PDF-Datei















