Kommunale Kassenkredite sinken seit 2011 durch Entschuldungen
Kassenkredite stellen die Zahlungsfähigkeit von Kommunen kurzfristig sicher. Hohe Kassenkreditlasten bedeuten wenig Handlungsfreiheit.
Mit Kassenkrediten schließen Kommunen die Lücken zwischen laufenden Einnahmen und Ausgaben. Sie sind eine gute Messgröße, um den finanziellen Spielraum einer Kommune abzuschätzen, siehe auch den Indikator zur Steuereinnahmekraft. Kassenkredite konzentrieren sich auf wenige Bundesländer. Seit 2011 ist die Gesamtkreditsumme durch Entschuldungsprogramme deutlich gesunken.
Die Bedeutung von Kassenkrediten
Um eine Lücke zwischen laufende Einnahmen und Ausgaben auszugleichen, greifen Kommunen auf Kassenkredite zurück. Diese sind, im Unterschied zu klassischen Kommunalkrediten mit langen Laufzeiten, nicht an Investitionen gekoppelt. Kassenkrediten steht keine Vermögensbildung gegenüber. Kommunen sichern durch sie die kurzfristige Zahlungsfähigkeit. Kassenkredite sind vergleichbar mit Überziehungskrediten, wie sie von Privathaushalten und Unternehmen genutzt werden.
Gesamtkreditsumme seit 2011 deutlich gesunken
Ein Kassenkredit zeigt die Finanzsituation der kommunalen Gebietskörperschaft an. Hohe Kassenkredite einer Kommune engen ihren Handlungsspielraum stark ein. Die Kassenkredite der deutschen Kommunen lagen 2023 bei circa 26,9 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 27,7 Milliarden Euro, 2011 über 44 Milliarden Euro. Die Kredite hatten sich im Laufe der Jahre zunächst erhöht. Entschuldungsprogramme in den Bundesländern, etwa in Hessen 2018, reduzierten die Gesamtkreditsumme deutlich. Sie sank in über zehn Jahren um fast 40 Prozent.
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Kreditlastenverteilung kann innerhalb des Bundeslandes unterschiedlich sein
Besonders hoch sind die Kassenkreditlasten in Gemeinden der Bundesländer
- Nordrhein-Westfalen,
- Rheinland-Pfalz und
- Saarland sowie
- in einzelnen Gemeinden anderer Bundesländer.
Auch innerhalb eines Bundeslandes verteilen sich die kommunalen Kassenkredite zum Teil unterschiedlich. In den nördlichen und westlichen Ländern gibt es Gemeinden ohne Kredite sowie mit Krediten von über 446 Euro pro Kopf. In Berlin, Hamburg und Bremen existieren kommunale Kassenkredite strukturbedingt nicht.
Allgemeine Informationen zur Karte: Kommunale Kassenkredite
Datenbasis:
Schulden der Kernhaushalte, Regionaldatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder; Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Regionaldatenbank der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder
Geometrische Grundlage:
VG250 (Kreise), 31.12.2022 © GeoBasis-DE/BKG
Bearbeitung:
T. Osigus (Thünen-Institut)
Open Data:
Download aller Daten und Indikatoren im Excel-Tabellenformat
Name des Tabellenblatts: Deutschlandatlas_KRS1222
Indikatorname: ko_kasskred
Methodische Hinweise als PDF-Datei














