Zum Inhalt springen
Offizielle Website – Bundesrepublik Deutschland

Starke regionale und strukturelle Unterschiede bei Mieten in Deutschland

Die Angebotsmieten im Internet inserierter Wohnungen unterscheiden sich besonders zwischen Ballungsräumen und ländlichen Gebieten. In peripheren Räumen sind sie niedrig, in wachsenden Städten und in Süddeutschland hoch. Wie es in Ihrer Region aussieht, zeigt die Karte.

In Deutschland gibt es rund 56 Prozent Miethaushalte. Laut Statistischem Bundesamt ist die Miete der größte Ausgabeposten vieler Haushalte. Regional gibt es große preisliche Unterschiede. In angespannten Märkten sind die Angebotsmieten meist höher als die Bestandsmieten. Angebotsmieten bezeichnen hier im Internet inserierte Wohnungen. Bestandsmieten beziehen sich auf bestehende Mietverträge.

Die Spanne der Angebotsmieten hat 2025 weiter zugelegt

Die dargestellten Angebotsmieten sind durchschnittliche Mieten im Internet inserierter unmöblierter Wohnungen im Gebäudebestand. Die Nettokaltmieten bei Wiedervermietung betrugen 2025 bundesweit 11,11 Euro pro Quadratmeter. Hohe Mietensteigerungen in zahlreichen Großstädten sorgten für einen weiteren Zuwachs der Mietspannen zwischen Großstädten und Landkreisen. Angebotsmieten können auf angespannten Wohnungsmärkten deutlich höher sein als Mieten in bestehenden Mietverhältnissen (Bestandsmieten). In vielen ländlichen Kreisen sind die Angebotsmieten niedriger als in den städtischen Räumen und die Abstände zu den Bestandsmieten geringer.

Nach Schätzung des BBSR lagen die auf dem Zensus 2022 basierenden Bestandsmieten im Jahr 2025 bei rund 7,76 Euro je Quadratmeter und damit 3,35 Euro je Quadratmeter unter den durchschnittlichen Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen von 11,11 Euro je Quadratmeter. Diese Spannbreite hat seit 2022 weiter zugenommen und ist in vielen Städten und Landkreisen noch höher.

Bei Nettokaltmieten fallen zusätzlich kalte und warme Nebenkosten an, diese stiegen insbesondere für Haushaltsenergie bis 2022 deutlich. Dadurch verschärfte sich die Belastung durch Wohnkosten zusätzlich.

Hohe Angebotsmieten in vielen Städten mit über 500.000 Menschen

Insgesamt ist der Anteil der Miethaushalte in den Städten deutlich höher als in suburbanen und insbesondere ländlichen Räumen. Dort gibt es mehr Eigenheime. Besonders hohe Angebotsmieten haben viele prosperierende Ballungszentren, das Umland der großen Städte und süddeutsche Regionen. Mit steigender Entfernung zu den Zentren nehmen sie ab. In vielen der 14 deutschen Städte mit mehr als 500.000 Einwohnerinnen und Einwohnern waren die Angebotsmieten bei Wiedervermietung sehr hoch. Sie lagen dort im Jahr 2025 bei durchschnittlich 14,00 Euro pro Quadratmeter. Inserierte Mietwohnungen in kleinen kreisfreien Großstädten kosteten im Schnitt 10,51 Euro pro Quadratmeter, in Landkreisen und den übrigen kreisfreien Städten 9,80 Euro pro Quadratmeter.

Geringere Angebotsmieten in ländlichen Kreisen und Städten mit Strukturproblemen

Bundesweit lagen die durchschnittlichen Angebotsmieten inserierter Wohnungen bei gut einem Fünftel der Kreise unter 8 Euro pro Quadratmeter. Es sind oft ländliche Gebiete mit sinkenden Bevölkerungszahlen und überdurchschnittlich hohem Wohnungsleerstand. Das betrifft fast alle Bundesländer, besonders im ostdeutschen Raum. Mieten in Städten mit Strukturproblemen sind ebenfalls günstiger als im deutschen Durchschnitt, zum Beispiel im Ruhrgebiet und im Saarland.


Textgrafik


Angebotsmieten inserierter Wohnungen legten 2025 moderater zu

Die Mieten bei Wiedervermietung sind bundesweit um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 2024 lag die Steigerung der Wiedervermietungsmieten gegenüber dem Vorjahr noch bei 4,8 Prozent, 2023 erhöhte sich der Wert auf 5,7 Prozent. In vielen ländlichen Kreisen liegen die Steigerungsraten niedriger. Die Entwicklung der durchschnittlichen Wiedervermietungsmieten zeigt nach vielen Jahren des kontinuierlichen Anstiegs seit 2025 wieder ein differenzierteres Bild. Es dominieren immer noch die kreisfreien Städte und Landkreise mit spürbaren Mietenanstiegen. Nun zeigen sich aber auch einige Kreise mit gedämpften Steigerungsraten oder Rückgängen bei den inserierten Angeboten.

Es sind deutlich mehr Haushalte mit bestehenden Mietverhältnissen betroffen. Die Entwicklungen in diesem Bereich sind merklich moderater. Laut Mietenindex des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bestandsmieten 2025 bundesweit nettokalt um 2,1 Prozent.
 


Allgemeine Informationen zur Karte: Angebotsmieten

Datenbasis:

BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung; IDN ImmoDaten GmbH

Geometrische Grundlage:

VG250 (Kreise), 31.12.2024 © GeoBasis-DE/BKG

Bearbeitung:

N. Brack, J. Nielsen, A. Schürt (BBSR)


Ein gemeinsames Angebot von…

Cookies